Unsere letzte Reise nach Lateinamerika: Diesmal wieder nach Argentinien und Brasilien

Hallo, liebe Freunde!


Wir fliegen Pfingsten nach Buenos Aires um unsere letzte Reise durch Lateinamerika zu beginnen.

Über Eure lieben Zuschriften aus der Heimat freuen wir uns schon jetzt!

Eure

Erika und Kurt

Donnerstag, 10. Juni 2010

Cuiaba - die geografische Mitte Suedamerikas

Hallo, Ihr Lieben,
vielen, vielen Dank fuer Eure Post.
Wir sitzen bei 30 Grad C um 18.30 Uhr im Biergarten, zwischen drei lauten Durchgangsstrassen. Von Frieren kann hier keine Rede mehr sein. Kuehlung erfolgt mit Cerveja Marke Antarktica.

Im suedlichen Pantanal erwartete uns eine wunderschoene erlebnisreiche Fahrt. Die Erdstrasse gleicht auf dem ersten Abschnitt einer europaeischen Allee. Auf den ersten 200 m hatte der Tod allerdings arg gewuetet. Schwarze Geierscharen verdeckten einen toten Hund, zwei Rinder und ein Maultier. Es stank bestialisch. Die Kadaver wurden erst sichtbar, als die Geier, durch uns aufgeschreckt, davon flogen.
Bei Daemmerung folgten wir der Einladung einer Fazenda zur Uebernachtung. Sie liegt ganz malerisch - wie eine Hallig - mitten im Wasser. Einzig eine kleine Zufahrt von vielleicht 100 m verbindet sie mit der Erdstrasse. Auf der Fazenda leben etwa 10 Personen. Sie haben kein Auto aber immerhin Elektrizitaet. Der Boss fuehrt uns auf unseren Wunsch zu unserer vermeintlichen Unterkunft. Wir nehmen an, es ist ein Zimmer oder ein kleines Haeuschen, denn die Fazenda hat viele Nebengebaeude. Er laso vorne weg...wir mit unserer Plastiktasche hinterher. Schliesslich oeffnet er die Tuer zu einem grossen Schlafsaal und sagt - in etwa - HIER IST ES! Kein Bett, keine Matratze, nur nackter Holzboden und ein Dach. Ja, Betten hat er nicht.
Wir gehen gemeinsam zurueck und entschliessen uns fuer Camping. Als ich das Klappdach unseres Autos oeffne, laeuft die komplette Mannschaft der Fazenda zusammen, um sich dieses Wunder anzusehen. Abends essen wir recht angenehm in einem grossen, um eine Palme herum gebauten Raum. Man ist sehr bemueht um uns. Auf der Fazenda ist alles top sauber.
Ich schaue mir die 2 Toiletten und 2 Duschen an. In einer der Duschen hat sich ein Vogel verflogen, der sich durch mich gestoert fuehlt und den Ausgang so schnell nicht mehr findet. Ich gehe eins weiter. Dort fuehle ich unmittelbar nach meinem Eintritt einen ploetzlichen Klacks auf meinem Hals. "Aha", denke ich, "hier empfaengt dich ein anderer Vogel auf seine Art." Es ist aner nur eine der unzaehligen kleinen Kroeten, die teils an den Waenden, teils im Klosettkoerper wohnen. Wir erleben den Sonnenuntergang mit Blick auf das wunderbare, mit Wasserpflanzen bestandene und von unzaehligen Voegeln bevoelkerte Sumpfland: einer der weltweit schoensten Campingplaetze - fuer uns ganz allein.
Der Jammer ist, dass es um 17.30 Uhr schon stockdunkel ist. Man muss sich daran gewoehnen. Auch muessen wir der fruehen Dunkelheit bei unseren Unternehmungen Rechnung tragen. Und die Sprache: wir verstehen nach wie vor so gut wie NICHTS.
Auf unserem weiteren Weg nach Norden verlassen wir zweimnal die asphaltierte Strasse. Das erstemal versuchen wir eine gut 100 km entfernte Fazenda im Schwemmland zu erreichen. Die Fazenda - noch original, aus den 20er Jahren diente als Schauplatz fuer die brasilianische Telenovela "Pantanal". Die ersten 50 km voellig problemlos. Der Reisefuehrer schreibt: "Nur mit 4 x 4 zu befahren." Nach dem Oeffnen von 2 oder 3 Gattern, standen wir vor einem Wassergraben. Ein Gaucho, etwa 200 m entfernt, spricht von knietiefem Wasser. Wo der seine Knie hat, wissen wir bis heute nicht. Also durch: Wasserlaeuft ueberall ins Auto. Wir haben beide nasse Fuesse und trocknen alles notduerftig und bleiben nach zwei weiteren Gattern zwischen wunderschoenen Wasserhyazinten im Sumpf stecken. Auch im Schlamm nutzen unsere Sandbleche. Vor uns, soweit das Auge reicht SUMPF!!! Darauf hin entschliessen wir uns zurueck zukehren. Die selbe Prozedur also noch einmal mit Bach und allen Hindernissen, die wir gerade muehevoll gemeistert haben. Selten so versumpft.
Unsere ungenaue Karte verleitet uns am naechsten morgen erneut dazu ueber eine weitere Erdstrasse, abseits der Hauptaspahltstrasse durch "Sumpfpantanal" zu fahren. Auch dieser Versuch misslingt und wir muessen die gesamte Strecke, etwa 200 km , zurueck fahren.
Aber immer bleiben uns tolle Erlebnisse. Wir sehen viele Ameisenbaeren, Rotwild, Rudel von putzigen Nasenbaeren, Wasserschnweine und eine reiche Vogelwelt. Natuerlich auch viele der 35 Mill. Kaimane, die sehr scheu sind. Nicht zu vergessen, viele Gauchos in ihrer traditionellen Tracht, mit ihren grossen Rinderherden. Der "Kuechengaucho", der seiner Truppe mit mehreren Maultieren voraus reitet, um puenktlich Essen fuer die Mannschaft fertig zu haben.

Hier in Cuiaba haben wir den noerdlichsten Punkt unserer Reise erreicht. Die Hauptverbindungsstrasse vom suedlichen ins noerdliche Pantanal ist ausserordentlich stark von LKW s befahren.

Morgen geht es wieder zurueck in die Natur.

Kurt und Erika
aus Suedamerika

3 Kommentare:

  1. Hallo Ihr da unten! Mir geht es gut und das Wetter hier in Krefeld ist immer noch schön auch wenn es manchmal regnet. Heute hatte ich mal wieder einen Schwimmwettkampf hier in Krefeld. Leider war ich nicht der Schnellste. Ich habe am Donnerstag meine neue Klassenlehrerin und auch die Mitschüler kennengelernt. Wir haben am Anfang einige Lieder gesungen und sind danach in unsere neue Klasse gegangen. Schade ist, das ich mit keinem meiner Freunde in einer Klasse gekommen bin. An diesem Tag war ich sehr traurig. Überall in Krefeld hängen wieder die Deutschlandflaggen und wir haben an Eurem Auto auch eine befestigt. Kurt soll die Fahne schön dran lassen! Aber ich bin nicht der große Fussballfan. Am letzten Samstag haben wir den Mac beim Umzug geholfen. Danach durfte ich dann in seinem Pool schwimmen und wir haben gegrillt. Im Moment planen Mama und Gunnar unsere nächste Reise, wir fahren wieder nach Malaysia und Bangkok. In Malaysia fahren wir dann mit einem Mietwagen und können so alles selber erkunden. Ich freue mich schon darauf. Meine nächsten Berichte folgen dann... schöne liebe Grüße aus Deutschland sendet Euch Marian

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  2. Hallo Ihr Lieben! Viele liebe Grüße sende ich Euch ebenfalls. Uns geht es soweit ganz gut, bis auf unsere unerträglichen Schmerzen in den Kniegelenken. Gunnar und Ich haben es wohl zu sehr mit dem Joggen übertrieben. Wir waren jeden Tag eine halbe Stunde joggen und es klappte am Anfang sehr gut. Eine Woche später kamen die Schmerzen und wir mussten unser Training unterbrechen. Nun begleiten uns die Schmerzen schon seid einer Woche und das Arbeiten fällt mir unheimlich schwer. Gunnar hat zusätzlich noch ein dickes Fussgelenk, aber wer schön sein will muss leiden! Wir schauen nun fast jeden Tag Fussball und haben unser Dach mit einer Deutschlandfahne geschmückt. Hoffe Eure Reise verläuft weiter so aufregend und wir lesen mit Spannung Eure Berichte. Bis dahin ... Nicole

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  3. Hallo nochmal,
    nun lasst endlich auch mal wieder war von Euch hören! Ich hoffe, es geht Euch gut. Schaut Ihr auch Fußball? Wie man hört, sind die Brasilianer etwas unglücklich mit ihrer Mannschaft und dem Trainer. Hier jedenfalls werden die Spiele sogar im Kindergarten gezeigt.
    Die Schule naht - heute hatten wir einen weiteren Infoabend. Und letzte Woche das erste Abschiedsfest. Und extra für Euch ;-) gibt's jetzt auch eine Webseite, auf der ihr alles aus der Ferne verfolgen könnt - falls wir Neuigkeiten haben (siehe Link).
    Wir grüßen Euch herzlich und freuen uns, wenn Ihr wieder da seid
    Wirjanssens

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